Inspirations

ME TiME – Momente für die Ewigkeit

Zufällig bin ich über eine Blogparade gestolpert und möchte diese Gelegenheit nutzen, um meine Weltreise und die bisher erlebten Momente Revue passieren zu lassen. Es geht darum, bis zum 31.03. einen Beitrag zum Thema

Momente für die Ewigkeit
– Deine schönsten Erlebnisse auf Reisen –

zu veröffentlichen.

https://www.reisewut.com/2018/01/blogparade-reiseblogger-ueber-ihre-schoensten-erlebnisse-auf-reisen/

Gar nicht so einfach – allein wenn ich auf Reisen gefragt werde, was war das Highlight bisher, habe ich nicht nur eine Antwort darauf gehabt. Vielleicht ein Highlight pro Land, wobei das meist schon schwer zu beantworten ist. Durch diese Fragestellung der Blogparade wurde mir erst bewusst, wie viele einmalige, atemberaubende, tolle und unvergessliche Erfahrungen ich in den letzten 6 Monaten erleben durfte.

Doch so eine lange Reise ist zwangsläufig auch eine Reise zu sich selbst und was gibt es Schöneres, als sich selbst glücklich zu machen. Ich habe beim Reisen gelernt, wie wichtig die „ME TiME“ ist und konnte mich erst danach so richtig auf die „Momente für die Ewigkeit“ einlassen, weil ich gespürt habe, dass ich nun ganz bei mir selbst bin. Somit ist eines meiner schönsten Erlebnisse dieser Weltreise „die Reise zu mir selbst“.

ME TiME – tea time – Anna time

…nenne es wie du möchtest, aber nimm dir unbedingt diese Zeit!!

Als ich in Auckland in meinem Hostel ankam, lag ein Ire in seinem Bett und entschuldigte sich dafür. Allein das, dass er sich rechtfertigen „muss“, finde ich schon absurd, aber das fordert zwangsläufig die Gesellschaft von uns. Es geht uns wohl allen so, dass wir viel zu schnell urteilen, Leute in eine Schublade stecken und leider meist zuerst einen negativen Gedanken über andere haben. Klar fragt sich jeder, wieso er im Bett liegt. Ist er krank? Ist er ein Langweiler? Das sind wohl nur ein paar Gedanken, die einem in den Sinn kommen.

Doch er nannte es „ME TiME“, was ich sehr treffend fand. Wer schon länger auf Reisen war, der weiß, dass Reisen auch gleichzeitig eine Reise zu sich selbst bedeutet. Man lernt sich selbst von anderen und neuen Perspektiven kennen und manchmal ist es einfach nur anstrengend, weshalb jeder Traveller irgendwann mal einen Tag für sich braucht. Manche benötigen es häufiger, manche seltener. Auf ME TiME wäre wohl keiner gekommen, ohne seine Rechtfertigung und ich fand die Erklärung einfach nur passend. Heute benötigte er Zeit für sich und diese ME TiME verbringt nun mal jeder anders – er eben tagsüber in seinem Bett. Seit Auckland geht mir dieser Begriff nicht mehr aus dem Kopf und seit dem Reisen weiß ich, wie wichtig es ist, sich diese ME TiME zu nehmen, zu gönnen und vollkommen zu genießen.

Kennst du Sätze wie zum Beispiel: „Du solltest glücklich sein, du hast doch alles was du brauchst“? Du fragst dich, wieso du trotzdem nicht glücklich bist? Eigentlich sollte der Satz doch auf dich zutreffen, denn du hast wirklich alles was man zum Leben braucht, vermutlich sogar noch ein wenig Luxus oben drauf. Dennoch verspürst du manchmal eine Leere in dir, eine unerfüllte Seite in deinem Körper, eine Unzufriedenheit.

Heutzutage geben uns die Medien vor, wie unser Leben und unser Glück auszusehen hat. Wir können gar nicht mehr unterscheiden zwischen unserer Identität und unserer „gespielten“ Rolle. Mache ein Foto von dir oder von deinem Essen, lege einen Instagram-Filter darüber, damit man auch ja nicht den Pickel oder die unvorteilhafte Belichtung des Bildes erkennen kann und teile es mit der Welt. Zeige, was du hast und wo du gerade bist, was du dir gönnst und was du dir geleistet hast. Hast du dich schon einmal gefragt, ob das das Glück des Lebens ist? Macht es dich glücklich, wenn du hunderte von Likes erhältst? Oder bist du nicht eher enttäuscht, wenn es dieses Mal weniger Likes waren, als bei dem Bild zuvor? Machst du das Glück in deinem Leben abhängig davon, wie dich andere finden? Durch die Social Medias sind wir fremdgesteuert und überlassen andere das Urteilen über uns selbst und unser Leben.

Irgendwann wirst du einen Punkt in deinem Leben erreichen und feststellen, dass du eine Leere in dir spürst, dass du unzufrieden mit deinem Leben bist. Du willst dir die Leere nicht eingestehen. Du unternimmst noch mehr, um die Leere zu füllen, um keine Zeit mehr dafür zu haben, dich mit dir selbst auseinander zu setzen. Du willst ständig etwas erleben, immer mehr und immer höher, um keine Zeit mehr für dich und deine Gefühlswelt zu haben. Du hältst die Stille mit dir nicht aus, du bist dir selbst ganz fremd, da du dich durch andere identifizierst. Du weißt gar nicht, was du mit dir und deiner ME TiME anfangen könntest.

Auf meinen Reisen in ärmere Länder war ich oft fasziniert, was die Menschen sich dort oft selbst beibringen. Sie lernen sich selbst das Gitarre spielen, sie entdecken ihr handwerkliches Geschick und bauen sich ein Boot, sie formen Schmuckstücke oder färben Kleidungsstücke mit Naturalien, sie chillen stundenlang mit Freunden auf einer Treppe, unterhalten sich und trinken gemeinsam Tee. Für die einfachen und erfüllenden Dinge im Leben finden wir in unserer Leistungsgesellschaft doch überhaupt gar keine Zeit mehr. Alles muss nur noch schneller und besser funktionieren. Fehler darf man sich nicht mehr erlauben, obwohl man doch aus Fehlern am Besten dazu lernen kann. Durch den Druck, sei es Zeitdruck oder der Leistungsdruck bleibt uns überhaupt keine Zeit mehr um abzuschalten und um unsere Kreativität entfalten lassen zu können. Wir verlernen, uns mit uns selbst auseinander zu setzen und uns mit uns selbst zu beschäftigen.

Und genau das ist doch das Wichtigste im Leben und die Grundvoraussetzung, um „Momente für die Ewigkeit“ vollständig aufsaugen, erleben und fühlen zu können. Sich die Zeit für sich selbst zu nehmen. Sich eine Auszeit zu gönnen – ME TiME eben. Zur Ruhe zu kommen. Sein Leben nicht durch Stress leiten zu lassen und am Ende mit Burnout zu enden. Leider haben sich Depressionen und Burnout inzwischen zu einer Volkskrankheit entwickelt. Als ich mich in Deutschland vor ein paar Jahren über eine Berufsunfähigkeitsversicherung informiert habe, wurde schon die Depression als häufigste Erkrankung der Berufsunfähigkeit genannt, was ich erschreckend finde. Trotzdem ist „Therapie“ ein Tabuthema in unserer Gesellschaft, was es in der heutigen Zeit definitiv nicht mehr sein sollte.

Früher zu Kriegszeiten waren Depressionen lange nicht so verbreitet. Heute stehen wir vor Luxusproblemen, haben viel zu viele Möglichkeiten und sind dennoch ständig auf der Suche nach dem Glück. Uns geht es viel zu gut, weshalb wir nur wenig zu schätzen wissen. Dadurch sind wir immer auf der Suche nach etwas Besserem und sind ständig unglücklich mit dem, was wir schon haben. Durch die ständige Unzufriedenheit und den dauernden Stress muss man sich nicht wundern, wenn die Zahl der Depressionen durch die ständig negativen Gedanken ansteigt. Früher, nachdem man den Krieg lebend verlassen hatte, sah man sein Leben wie eine „zweite Chance“. Man wusste es zu schätzen und nahm das Leben dadurch viel bewusster war, was uns heutzutage oft fehlt oder als Selbstverständlichkeit angesehen wird.

Du musst zuerst selbst glücklich sein,
um andere glücklich machen zu können.


Da ist was Wahres dran, denn wenn du nicht mit dir selbst im Reinen bist, hast du gar keine Energie übrig, um andere glücklich machen zu können. Deshalb ist es so wichtig, sich mit sich selbst auseinander zu setzten. Sich selbst besser kennen zu lernen. Was gibt dir Energie, wenn du ausgelaugt oder im Stress bist? Ist es ein Mittagschlaf, ein Spaziergang, ein heißes Bad, eine Tasse Tee, ein Abendessen mit deinem Partner oder der Austausch mit einer Freundin? Vielleicht hilft dir auch Musik, Poetry Slam oder Meditation, um abzuschalten? Werde dir zuerst einmal bewusst, was du mit deiner ME TiME anfangen würdest.

Wenn du dir dessen bewusstgeworden bist, dann musst du dir die Zeit dafür nehmen und umso stressiger dein Leben gerade ist, desto wichtiger und öfters solltest du genau diese ME TiME einplanen.

Jeder sollte sich eine Auszeit vom Alltag nehmen, wenn er sich bereit dazu fühlt, sich mit sich selbst auseinander zu setzten. Denn ansonsten läuft das Leben nur so an einem vorbei und man sieht von der Seite aus zu, wie die Zeit an einem vorbeirennt und die Jahre verfliegen.

Stell dir vor du hast ein Pferd. Das Pferd ist dein Leben und du läufst nebenher. Du lässt dich von deinem Pferd leiten, bist also fremdgesteuert. Sobald du es geschafft hast, aufzuspringen, selbst zu reiten, die Zügel in die Hand zu nehmen und dein Leben zu leiten, wie du es möchtest, hast du es geschafft. Denn dann lebst du im Hier und Jetzt, schaust nicht mehr nur von außen zu. Nun bist du in der Mitte des Lebens angekommen. Du hältst die Zügel in der Hand und leitest damit dein Leben.

Nehme dir deine ME TiME so oft wie du sie brauchst, um in deiner Lebensmitte zu bleiben, um glücklich zu sein und um das Leben in deinem Tempo genießen zu können. Mache dich glücklich, auch wenn es nur mit 20 Minuten Mittagschlaf ist. Genieße dein Leben, denn du hast nur eines davon. Entschleunige dein Leben und gönne dir deine ME TiME, so oft wie du sie brauchst, denn das kann in jeder Lebensphase variieren. Erst wenn du dies regelmäßig umsetzten kannst, hast du die Fähigkeit erlangt, auch andere glücklich machen zu können, weil du in deiner Mitte angekommen bist und weißt, wie du dich selbst glücklich machen kannst. Das Bewusstsein hierfür auf Reisen erlangt zu haben, hat mir erst die Möglichkeit gegeben, „Momente für die Ewigkeit“ zu erleben und vollkommen genießen zu können.

Enjoy life with your ME TiME 🙂

 

Hier nun zwölf „Momente für die Ewigkeit“
meines letzten halben Jahres:

# Vietnam # Sapa # Trekking # RiceFields
# MyBirthday # Homestay # Okt.2017

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# Vietnam # HoiAn
# PerfectCityFlair # Lampion # Okt.2017

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# Singapur # Skyline # MarinaBaySands
# Lasershow # Nov.2017

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# Indonesia # Bali # NightTrekkingTour
# Sunrise # MountBartur # ActivVulcano # Nov.2017

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# Indonesia # GiliAir
# IslandLove # Nov.2017

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# Australia # Melbourne
# CityLove # BrightonBeach # Dez.2017

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# Australia # GreatOceanRoad
# RoadTrip # Dez.2017

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# Australia # FraserIsland
# FourWheelDrive # Jan.2018

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# Australia # Outback
# Uluru # AyersRock # Feb.2018

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# Argentina # BuenosAires
# Capital # Feb.2018

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# Argentina # ElCalafate
# Glacier # PeritoMoreno # März2018

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# Argentina # Mendoza # HorseRiding
# CountrySide # Range # März2018

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Wenn ich nun von diesen zwölf Erlebnissen, das schönste herauspicken müsste, wäre es bis jetzt die Night-Trekking-Tour zum Vulkan Mount Batur in Bali.

 

 

 

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13 Gedanken zu „ME TiME – Momente für die Ewigkeit“

  1. Hi Anna,
    Soooo toll, wie fesselnd du schreibst…
    Lese immer ganz begeistert deine Berichte und Gedanken.
    Lass es dir weiterhin gut gehen auf deiner Weltreise und gönn dir ganz viel ME TIME 🙂
    Ganz liebe Grüße,
    Caro

    Gefällt 1 Person

  2. Hi Anna, bin auch voll gerührt von deinem tollen Artikel.
    Auch von mir ganz liebe Grüße und weiterhin tolle Erfahrungen und Erlebnisse.
    LG Carola 😘
    PS: das erste Kommentar zu diesem Artikel ist nicht von mir 😊.

    Gefällt 1 Person

  3. Genau diese Zeit habe ich mir gerade genommen, und deine Einträge der letzten Wochen gelesen, nachdem sich diese bei mir zum Lesen angesammelt hatten, da ich noch nicht dazu gekommen bin.
    Das hast du sehr treffend geschrieben… ich freue mich schon sehr auf lange Gespräche bei gutem Wein 🍷 und gutem Essen 🥘 wenn du mal wieder da bist 🙂😉

    Gefällt 1 Person

  4. Ich habe deinen Artikel sehr gerne gelesen! 🙂

    Mir ist unter anderem der Begriff Kreativität aufgefallen. Ich finde es auch toll, dass in anderen Gesellschaften die Menschen sich vieles selber beibringen. Ich denke genau das fördert die Kreativität. Dadurch, dass sie nicht die Mittel haben sich alles zu kaufen suchen sie nach anderen Wegen. Sie machen einfach.

    Wenn man in Deutschland irgendwas machen will, braucht man erst mal ein Zertifikat für etwas um wirklich ernst genommen zu werden. Ich denke dieses Zertifikat-Denken fördert alles andere als Kreativität in den Menschen.

    Gefällt 1 Person

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